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  Landesarbeitsgemeinschaft FrauenPolitik

Grüne Frauenpolitik in Baden-Württemberg - Aufgaben

Die Landesarbeitsgemeinschaft Frauenpolitik Baden-Württemberg nimmt Stellung zu aktuellen politischen Fragen, die das Interesse von Frauen berühren. Sie hat die Aufgabe, den Kontakt unter grünen Frauen auf allen Ebenen in Baden-Württemberg zu koordinieren und vernetzt zwischen inhaltlich interessierten Mitgliedern, den Organen der Landespartei, der Landtagsfraktion und den frauenpolitischen Gremien auf Bundesebene so z.B. dem Bundesfrauenrat. Die LAG Frauenpolitik berät den Landesvorstand, trägt zur Weiterentwicklung der Programmatik der Grünen bei und wirkt auch an der Erstellung von Wahlprogrammen mit. Wir treffen uns ca. 4 Mal jährlich zu nichtöffentlichen und öffentlichen Sitzungen. Die Termine werden auf der Seite des Landesverbandes und/oder der LAG Frauenpolitik angegeben. Mehr Details zu Aufgaben und Strukturen der LAG in der aktuellen Geschäftsordnung.

Frauenpolitische Handlungsfelder

Unsere Arbeit verfolgt das Ziel, auf Defizite in der Geschlechtergerechtigkeit aufmerksam zu machen, über bestehende Asymmetrien der Chancengleichheit zu diskutieren und mit entsprechenden politischen Anträgen auf eine Weiterentwicklung der bestehenden Programmatik hinzuwirken. Hier gibt es viele Handlungsansätze, z.B.

  • Geringe Partizipation von Frauen in Führungspositionen von Wirtschaft und Politik hoher Anteil von Frauen an niedrig qualifizierten „prekären“ Jobs
  • Bis zu 25% Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen für gleichwertige Arbeit und Altersarmut von Frauen
  • Geburtenrückgang, sofern er auf schlechte Rahmenbedingungen für berufstätige Frauen zurückgeführt werden kann
  • unzureichende gute Betreuungsangebote für Kleinkinder
  • Essstörungen, Autoaggression und Schönheitswahn bei jungen Frauen
  • Häusliche Gewalt, Gewalt gegen Frauen und zunehmende Gewaltbereitschaft auch bei jungen Mädchen
  • Zunahme rechtsradikaler Aktivitäten bei Frauen
  • mangelnde Umsetzung von Schutzmaßnahmen für Prostituierte in Baden Württemberg
  • Morde mit ethnischem Hintergrund, Zwangsheiraten und schwieriger Zugang zu Bildungsangeboten für Migrantinnen
  • Menschenrechtsverletzungen, Bildungsentzug und sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen in vielen Ländern der 3. Welt
  • Vollzogene oder drohende Genitalverstümmelung

Geschlechtsspezifische Benachteiligung äußert sich heute in Deutschland nicht mehr in offener Diskriminierung, wie es noch bis in die 70er Jahre hinein der Fall war, sondern sie ist eher subtil und entzieht sich dadurch der öffentlichen Wahrnehmung. Immer noch sind viele Gesetze und Strukturen auf dem Modell der Alleinverdienerehe aufgebaut und führen dadurch zu einer strukturellen Benachteiligung von Frauen.


Wir sehen frauenpolitische Arbeit als ein Mittel an, gegen Strukturen politischer, gesellschaftlicher oder religiöser Art anzugehen, in denen Menschen aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden.

Frauenpolitik bei den Grünen – ein Modell für Geschlechterdemokratie?

Die Grünen verfügen nicht nur über spezielle frauenpolitische Strukturen, sondern sind -neben der Friedens- und Anti-Atomkraftbewegung- aus der Frauenbewegung der 70er Jahre hervorgegangen. Von Anfang an waren Frauen durch eine Quotenregelung auch in den Führungsgremien der Partei beteiligt. Die Quote räumt Frauen zwar grundsätzlich bessere Chancen ein und ist ein wichtiges Instrument, um ihre Beteiligung aktiv einzufordern zu können. Aber: sie ist kein Garant dafür, dass frauenpolitischer Handlungsbedarf innerhalb der Partei wahrgenommen und umgesetzt wird. Dazu bedarf es weiterer Strukturen wie z.B. dem Bundesfrauenrat mit der hauptamtlichen Frauenreferentin, der Bundesfrauenkonferenz und der Bundes- sowie den Landesarbeitsgemeinschaften Frauenpolitik.


Auch wenn der Frauenanteil bei den Grünen höher ist als in anderen gibt es trotz dieser vergleichsweise fortschrittlichen Strukturen immer wieder Tendenzen, dieses (Querschnitt-) Politikfeld an den Rand zu drängen und auch die Quote grundsätzlich in Frage zu stellen. Viele Menschen halten Frauenpolitik im Zeitalter der scheinbar vollzogenen Chancengleichheit für überflüssig. Dazu kommt noch ein Personalproblem: Männer unterstützen zwar grundsätzlich die frauenpolitischen Aktivitäten, fühlen sich darüber hinaus aber nicht zuständig – was nachvollziehbar ist. Grüne Frauen wiederum  interessieren sich nicht automatisch für Frauenpolitik, nur weil sie weiblich sind sondern engagieren sich in z. B. Umwelt-, Bildungs- und Wirtschaftspolitik.


Geschlechterdemokratie kann aber nur umgesetzt werden, wenn sich möglichst viele aktiv dafür einsetzen. Ich appelliere daher an alle Kreisverbände, Delegierte in die LAG Frauenpolitik zu entsenden, damit der hohe Anspruch, den wir an die Chancengleichheit haben auch mit Leben gefüllt wird.

Ulrike Maier, Koordinationsgruppe LAG FrauenPolitik

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